Die einen zucken unangenehm berührt zusammen, wenn sie den Begriff Homo Oeconomicus nur schon hören. Für andere ist er seit langer Zeit ein vertrauter, alter, kauziger Freund geworden. Zweifellos hat sich dieser Begriff in den Köpfen festgesetzt und ist nach wie vor allgegenwärtig. Für das doch ziemlich einseitige Menschenbild des Homo Oeconomicus wurden die Wirtschaftswissenschaften lange kritisiert. So glaubten die Ökonomen, dass der Mensch sich ausschliesslich rational und Nutzen maximierend verhält und vor allem die ökonomischen Anreize das menschliche Verhalten steuern. Auf der anderen Seite haben wissenschaftliche Experimente unter anderem bewiesen, dass Menschen Fairness belohnen und unfaires Verhalten bestrafen; auch wenn es sie selbst etwas kostet. Für den Homo Oeconomicus – dem ständigen Eigennutz-Maximierer – ein völlig unvorstellbares Verhalten.