Im Interview rund um Social Media für Unternehmen, stellt Ronny Gazik von Ringier spannende Fragen an Peter Erni, langjähriger Social-Media-Experte und CEO von Brain & Heart Communication.
Worauf müssen Unternehmen achten, wenn sie erfolgreiches Social Media Marketing betreiben wollen? Wie sollte die Krisenkommunikation gehandhabt werden? Was sind die aktuellen Trends rund um Social Media? Und braucht es den Social Media Manager in Persona überhaupt? Dies sind nur einige der Themen, die Peter Erni im zweiten Teil des Interviews beleuchtet.
Peter Erni ist Experte für strategisches Content Marketing, Social Media und Neue-Medien-Kommunikation. Er ist ein erfahrener Leader und Projektmanager für kleine bis mittlere Unternehmen und komplexe Omnichannel-Marketing-Projekte.
Peter: Lieben Dank für dein Interview rund um Social Media Marketing für Unternehmen. Bezüglich deiner Frage, das ist sehr unterschiedlich! Je nach Voraussetzungen kann man eine Krise:
Wir setzen hierfür ein Krisenmonitoring-System ein, das uns hilft Situationen rasch auf einer Skala von 1-10 zu beurteilen.
Zu diesen Themen gilt es zu verstehen, dass es heute einerseits deutlich schwieriger ist einen Shitstorm loszutreten. Andererseits stehen Unternehmen Tools zur Verfügung, die nicht nur helfen eine Krisensituation im Internet (auf Social Media) zu überwinden, sondern diese sogar frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Massnahmen einzuleiten.
Peter: Leider hängt auch hier die Antwort vom jeweiligen Unternehmen, Business Case und dem zur Verfügung stehenden Budget ab! Wenn ich eine grobe Schätzung vornehmen müsste, würde ich wie folgt verteilen:
Peter: Unsere Mitarbeitenden haben in ihren Jahreszielen Trend Monitoring Ziele verankert und informieren sich wöchentlich über ausgewählte Fachmedien, sowie die Plattformenbetreiber und Toolanbieter selbst. Zudem pflegen wir aktive Partnerschaften oder mindestens einen aktiven Austausch mit den wichtigsten Social Media Plattformen und mit ausgewählten Technologie-Partnern wie Sprinklr.com, Brandwatch, Supermetrics, Altis, Yawave usw. und werden von diesen proaktiv und in regelmässigen Meetings informiert.
Peter:
Grundsätzlich gilt es solche Entwicklungen im Auge zu behalten und Pilotprojekt-Formate in der Hinterhand zu haben, die man schnell umsetzen und somit datenbasierte Entscheidungen treffen kann.
Betrachtet man die Entwicklung von Social Media Plattformen über die letzten knapp 20 Jahre, so würde ich sagen, dass wir vor wenigen Jahren die Expansionsphase verlassen haben und uns nun in der Verdrängungsphase befinden. Das will heissen, dass es zwar noch vereinzelt neue, relevante Player auf dem Social Media Parkett gibt, diese aber oftmals von den Grossen wieder verdrängt werden. Geht es so weiter, schätze ich, dass wir in 3-5 Jahren in die Konsolidierungsphase kommen. Das heisst, dass sich die grossen Plattformen weiter durchsetzen, respektive kleinere Netzwerke aufgekauft und integriert werden.
«Wir befinden uns nun in der Verdrängungsphase. Das will heissen, dass es zwar noch vereinzelt neue, relevante Player auf dem social Media Parkett gibt, diese aber oftmals von den grossen wieder verdrängt werden.»
Peter Erni, CEO, Brain & Heart Communication
Quelle: statista.com
Peter: Ich sehe zwei mögliche, gangbare Varianten:
Peter: In einer idealen Welt ist der Einsatz von Social Media jedem Mitarbeitenden möglich. Also vergleichbar wie der Umgang mit einem Telefon. Jeder Mitarbeitende ist sich seiner Rolle und seiner Ziele bewusst und setzt Social Media Massnahmen entsprechend ein. Der Social Media Manager ist in einer solchen Welt ein Nerd und überwiegend beratend tätig. Alle Themen rund um Social Media sind sein oder ihr Sauerstoff, er oder sie bleibt laufend bei wichtigen Themen am Ball und hat auch ein hohes technisches Verständnis. Er oder sie ist ein versierter Anwender bezüglich aller Plattformen und der eingesetzten Tools. Ein Social Media Manager ist auch Berater, Enabler und Controller. Ein Outsourcing solcher ExpertInnen in eine Agentur ist durchaus denkbar.
In den meisten Unternehmen haben Social Media Manager allerdings die Rolle der eierlegenden Wollmilchsau auszufüllen. Sie sind Schaltzentrale für die Planung, Konzeption und Umsetzung von jeglichen Aufgaben rund um Social Media und haben strategisch oder konzeptionell trotzdem kaum etwas beizutragen. Sie sind zumeist alleine verantwortlich für alle Plattformen, Kampagnen, Massnahmen, das Community Management sowie auch für interne Kommunikation, Newsletter, Blog und vieles mehr.
Peter: Social Media ist Networking, Networking geht nicht ohne User, User sind potenzielle Kunden und somit ist Kundenservice ein integraler Teil jeder (erfolgreichen) Social Media Strategie.
Das Community Management wird tatsächlich bei vielen Unternehmen sträflich vernachlässigt, weil sein Potenzial komplett unterschätzt wird. Ein Community Manager stellt auf Social Media Plattformen folgende zentrale Leistungen sicher:
Oder in anderen Worten, es gibt kaum ein Unternehmen, dass alle diese Themen ignorieren und trotzdem erfolgreich sein kann.
«Social Media ist Networking, Networking geht nicht ohne User, User sind potenzielle Kunden und somit ist Kundenservice ein integraler Teil jeder (erfolgreichen) Social Media Strategie.»
Peter Erni, CEO, Brain & Heart Communication
Das Interview rund um Social Media Marketing für Unternehmen gibt dank den spannenden Fragen von Ronny an Peter einen guten Einblick in das Thema. Das Gebiet ist jedoch bekanntlich sehr schnelllebig und komplex. Entsprechend gilt es alle Aussagen auch immer kritisch zu überprüfen und seinem eigenen Business Case gegenüberzustellen.
Das Team von Brain & Heart Communication vereint unter einem Dach ExpertInnen zu den Themen strategisches Content Marketing und Social Media Performance Marketing. Gerne können wir dich in diesen Bereichen auch beraten und unterstützen.
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