Meta Ads & MWST Schweiz: Der CFO-Guide zur Bezugssteuer

Keine MWST auf der Meta-Rechnung? Erfahre, warum die Bezugssteuer zur Kostenfalle werden kann und wie du dein Budget sicher schützt.

Keine Schweizer MWST auf der Facebook-Rechnung, Sitz in Irland – und trotzdem fordert die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) ihren Anteil. Für dich als CFO ist klar: Hier greift die Bezugssteuer. Doch je nach Abrechnungsmethode wird diese Routinebuchung zur echten Kostenfalle. Hier sind die Fakten – prägnant und ohne Umschweife.

Das Prinzip: Dienstleistungsimport aus dem Ausland

Wenn dein Unternehmen Meta Ads (Facebook/Instagram) schaltet, importierst du eine Dienstleistung von Meta Ireland Ltd. Hast du deine UID im Werbekonto hinterlegt, erhältst du die Rechnung ohne Mehrwertsteuer («0% VAT»).

Das befreit dich nicht von der Steuerpflicht. Da der Ort der Dienstleistungserbringung in der Schweiz liegt (Empfängerortsprinzip), schuldest du dem Bund die Bezugssteuer zum aktuellen Normalsatz von 8.1%. Dies gilt für alle digitalen Werbeformate, die wir im Rahmen des Social Media Performance Marketings einsetzen.

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Szenario A: Effektive Abrechnungsmethode

Für die meisten Unternehmen ist dies ein buchhalterisches Nullsummenspiel, aber ein administratives Muss:

  • Deklaration: Du deklarierst die Facebook Ads Kosten als bezugssteuerpflichtig (8.1%).
  • Vorsteuer: Da du vorsteuerabzugsberechtigt bist, machst du den gleichen Betrag sofort wieder als Vorsteuer geltend.

 

Ergebnis: Liquiditätsneutral. Dennoch ist die Deklaration in Ziffer 380 der MWST-Abrechnung zwingend, um bei einer Revision keine Nachsteuer plus Verzugszinsen zu riskieren.

Szenario B: Die Falle beim Saldosteuersatz (SSS)

Rechnest du mit dem Saldosteuersatz ab, um den administrativen Aufwand zu senken? Dann ist höchste Vorsicht geboten. Hier wird die Bezugssteuer zu echten Kosten:

  1. Kein Vorsteuerabzug: Beim SSS sind Vorsteuern pauschal abgegolten. Du kannst die errechnete Bezugssteuer auf die Meta-Rechnung nicht zurückfordern.
  2. Voller Satz: Du musst auf den Import den regulären Normalsatz (8.1%) an die ESTV abführen – nicht deinen niedrigen SSS-Satz.

 

Impact: Deine effektiven Werbekosten steigen um 8.1%. Dies muss zwingend in deiner Budgetierung und der Berechnung des ROAS (Return on Ad Spend) berücksichtigt werden, um die Rentabilität nicht zu gefährden.

Sonderfall: Nicht MWST-Pflichtige

Auch Unternehmen, die noch nicht im MWST-Register eingetragen sind, können steuerpflichtig werden. Beziehst du im Kalenderjahr Dienstleistungen aus dem Ausland (Meta, Google, LinkedIn etc.) für mehr als CHF 10’000.–, musst du dich unaufgefordert bei der ESTV melden. Du zahlst dann die Bezugssteuer auf diese Beträge ein, ohne dich komplett der MWST-Pflicht unterwerfen zu müssen.

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Checkliste für den Meta Business Manager

Vermeide Rechnungsfehler, bevor sie entstehen:

  • UID hinterlegen: Trage deine Nummer (CHE-XXX.XXX.XXX MWST) korrekt im Werbekonto ein.
  • Währung: Führe das Ad-Account in CHF, um Währungsdifferenzen und Buchhaltungsaufwand zu minimieren.
  • Adresse: Stelle sicher, dass die Schweizer Firmenadresse exakt mit dem Eintrag im Handelsregister übereinstimmt.

Handeln statt Hoffen

Die Bezugssteuer bei Meta Ads ist kein Buch mit sieben Siegeln, verlangt aber Präzision. Wer effektiv abrechnet, muss korrekt deklarieren. Wer den Saldosteuersatz nutzt, muss die 8.1% Mehrkosten als fixen Bestandteil der Kampagnenkosten einkalkulieren. Ein sauberer Prozess schützt vor bösen Überraschungen bei der nächsten MWST-Kontrolle.

Möchtest du sicherstellen, dass deine Kampagnen nicht nur steuerlich korrekt, sondern auch hochgradig effizient laufen? Wir unterstützen dich dabei, die Verbindung von Kommunikation, Kreation und Technologie optimal zu nutzen.

Unser Autor: 
CIO und Senior Partner Brain & Heart Communication, CPO VERZE
Peter Erni ist Unternehmer und Digital Marketing Thought Leader. Er arbeitet seit über 20 Jahren an der Schnittstelle von Kommunikation, Kreation und Technologie und befasst sich mit der Frage, wie digitales Marketing so aufgebaut werden kann, dass es messbar wirkt, skalierbar ist und von Algorithmen sowie AI-Systemen sinnvoll genutzt werden kann. Er unterrichtet an der HWZ, ZHAW, BFH und HSLU und begleitet mit seiner Begeisterung für strukturierte Marketingdaten, Automatisierung und AI-gestützte Kommunikation eine neue Generation von Marketers.
Seine Expertengebiete:
  • Strategisches Content Marketing & Digital Omnichannel Marketing
  • Social Media Performance Marketing & AI-basierte Werbemittelproduktion und -distribution
  • Reception Marketing & Owned Asset Optimization